Echt Lenkend
Natur- und Landschaftsräume schützen, Besucherströme entzerren und sanften Tourismus fördern – die Corona-Krise machte deutlich wie wichtig Besucherlenkung ist.
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Intelligentes Besuchermanagement

In der Corona-Krise hat sich ein Wandel vom reinen Tourismusmarketing hin zu einem umfassenden Tourismusmanagement vollzogen. Es geht nicht mehr nur darum, Gäste für die Region zu gewinnen, sondern sie auch intelligent und strategisch zu lenken. Die Absicherung einer möglichst entspannten Anfahrt und einer hohen Erlebnisqualität für den Gast steht dabei im Vordergrund – denn niemand möchte im Stau stehen oder an völlig überfüllten Orten seine Freizeit verbringen. Darüber hinaus trägt die Lenkung und Entzerrung der Nachfrage auch zu einer höheren Tourismusakzeptanz in der regionalen Bevölkerung bei, es entstehen neue Wertschöpfungsketten für bisher dezentrale Regionen und nicht zuletzt werden sensible Natur- und Landschaftsräume entlastet.

Besucherlenkung ist wahnsinnig facettenreich und muss daher aus verschiedenen Blickwinkeln gedacht und verstanden werden, um den Gästen einen Mehrwert zu bieten.

Sebastian Thoma
Projektmanager Ausflugsticker Bayern, TOM e.V.
Erneut zentrales
Thema 2021

Im Jahr 2021 nahm der Inlandstourismus für Oberbayern wiedererwartend einen sehr hohen Stellenwert ein und bleibt damit auch für den TOM e.V. ein zentrales Querschnittsthema. Die erste Jahreshälfte war geprägt von massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens, wodurch sich der Ausflugsverkehr auf naturnahe Aktivitäten konzentrierte. In einigen Seen- und Alpenregionen führte dies zu übermäßig hohem Besucheraufkommen, was wiederum in eine Überlastung der Infrastruktur mündete. Verkehrschaos und Parkplatzüberfüllungen forderten gezielte Besucherlenkungsmaßnahmen. Die Weiterentwicklung und Ausweitung des Ausflugstickers auf Bayernebene und die Kampagne “GeHEIMATorte” konnten im Zuge dessen zur aktiven Lenkung der Besucherströme beitragen.

Ziele der Besucherlenkung in Oberbayern
  • Entzerrung der Besucherströme
  • Steigerung der Erlebnisqualität
  • Stärkung der Tourismusakzeptanz
  • Schutz sensibler Naturräume
  • Erhöhung der regionalen Wertschöpfung (v.a. in weniger frequentierten Tourismusräumen)

Ausflugsticker Bayern

Nachdem der Ausflugsticker Oberbayern im Mai 2020 erfolgreich ins Leben gerufen wurde, konnte das Projekt im März 2021 auf bayerische Ebene ausgeweitet werden. Die Bezeichnung des Tickers änderte sich dabei von Ausflugsticker Oberbayern zu Ausflugsticker Bayern. Zudem wird der Ausflugsticker nicht mehr nur redaktionell über ein Live-Blog-System, sondern nun auch über eine progressive Web-App betrieben. Der Ausflugsticker kann so mit Hilfe von Widgets auf den Webseiten der regionalen DMOs wie z.B. Alpenregion Tegernsee Schliersee oder KUS Pfaffenhofen eingebettet werden.

Ausflugsticker Bayern

Ausflugsticker Oberbayern

140
Meldestellen
TIs, touristische Leistungsträger, Parkplätze, etc. (Stand Dezember 2021)

Der Ausflugsticker wurde entwickelt, um Besucherströme zu entzerren, die Erlebnisqualität der Besucher und die Tourismusakzeptanz der lokalen Bevölkerung zu steigern sowie die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und Natur- bzw. Umweltschutz-maßnahmen zu verbessern.

Oswald Pehel
Geschäftsführer TOM e.V.

Meldungen zur Auslastungssituation vor Ort werden weiterhin von touristischen Leistungsträger abgesetzt. Im Sommer 2021 wurde jedoch ein nächster Schritt in Richtung automatisierter Echtzeitdaten vollzogen. Es ist nun möglich Meldungen via QR-Code einzustellen, wodurch der Arbeitsaufwand für die Meldestellen reduziert wird. Ziel dabei ist es, eine höhere Aktualität der Meldungen zu erreichen.

In Zukunft sollen Echtzeitdaten über sensorische Systeme sowie Park- und Verkehrsleitsysteme automatisiert ausgespielt werden. Die Anschaffung dieser teils kostenintensiven Sensorik wird aktuell über ein Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung unterstützt. Darüber hinaus ist eine DEFAS-Schnittstelle zum ÖPNV in Planung, wodurch der Umstieg vom PKW auf die öffentlichen Verkehrsmittel gestärkt werden soll.


GeHEIMATorte – Kampagne

Gemeinsam mit den Projektpartnern München Tourismus, Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) sowie der Bayerischen Eisenbahngesellschaft rief der TOM e.V. im Spätsommer 2021 die ÖPNV-Kampagne “GeHEIMATorte” ins Leben. Als Meilenstein der Besucherlenkung in Oberbayern soll das Projekt Anreize für umweltfreundliche und staufreie Ausflüge in die Landeshauptstadt und deren Umland schaffen. Im Fokus stehen dabei unbekanntere Orte, die relativ einfach und vor allem nachhaltig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können.

Auf der Kampagnen-Webseite befinden sich aktuell fast 100 Ausflugsziele in Oberbayern, die sich vermehrt im MVV-Raum, d.h. in München und im Münchner Umland, befinden. Neben Sommer-, Winter- & Ganzjahres-Ausflugszielen, können Gäste den passenden Exkursionsort auch entsprechend der gewünschten Freizeitaktivität wählen. Ob Wandern, Langlaufen, Radln, Kultur- oder Naturerlebnis – die Webseite findet für jede/n den richtigen GeHEIMATort.

Wir wollen die Menschen zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr bewegen und zugleich die wiederkehrende Überfüllung der touristischen Hotspots vermeiden. Das geht – ohne die Menschen in ihrer Mobilität und ihrem Wunsch nach schönen Freizeiterlebnissen einzuschränken – nur, indem wir Ihnen die eher unbekannten Orte im MVV-Raum nahebringen.

Dr. Bernd Rosenbusch
MVV-Geschäftsführer
GeHEIMATorte Kampagnen 2021
Anti Stau-Kampage20.08 – 13.09.2021Großflächen, Radio und Online-Anzeigen
GeHEIMATorte
(Microsite)
ab 17.09.2021
– Sommer20.09 – 31.10.2021Radio, Großflächen, Pressemeldung, SocialMedia, Online YOC-Format
– Winter15.11 – 19.12.2021Weitere POIs auf der Microsite, Online YOC-Format und SocialMedia

Arbeitskreis Besucherlenkung 

Der Arbeitskreis Besucherlenkung – eine Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums – ist ein zentrales Forum, bei dem das Thema Besucherlenkung fachübergreifend diskutiert wird. Zu den Teilnehmern zählen nicht nur Tourismusvereine oder DMOs, sondern auch verschiedene Fachministerien (z.B. Verkehr, Umwelt), Verbände (z.B. Deutscher Alpenverein, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC)) und auch die Polizei – also jegliche Akteure, die von der Thematik „Besucherlenkung“ tangiert werden. 

Im Vordergrund steht der branchen- und fachübergreifende Austausch über Erfolgsmodelle und Erfahrungen. Daneben liegt der Fokus auf der Kommunikation zukunftsorientierter Aktivitäten, die im Rahmen der Interdisziplinarität der Besucherlenkung entwickelt und konzipiert werden. Hier gilt es, Synergien zu erzeugen und zu nutzen. 


Ihr Ansprechpartner
Sebastian Thoma
Projektmanager Besucherlenkung
sebastian.thoma@oberbayern.de
+49 89 63 89 58 79-16
Projektmanager Besucherlenkung